Mit zwei Tandems startete KH2 bereits Ende Juli inoffiziell in das neue Projektjahr 25/26 – und setzte mit der Veranstaltung gleich ein Ausrufezeichen:
Nach Wacken, auf das größte Heavy Metal-Festival der Welt, sollte es gehen!
Die beschauliche 2000-Seelen-Gemeinde bei Itzehoe verwandelt sich seit 1990 in ein Mekka für Metal Heads, zählte die erste Ausgabe auf einer kleinen Wiese noch 800 ZuschauerInnen, so strömen mittlerweile über 85.000 Fans aus aller Welt auf das 400 Hektar große Gelände: „Eine Stadt im Ort“.
Mit Spannung jedes Jahr aufs Neue erwartet: die Wetterprognosen
Haben die Festival-BesucherInnen mit Staub, Hitze und noch mehr Staub zu kämpfen oder wird es, wie so oft in der Vergangenheit, ein Schlammfest mit legendären Bildern von zehntausenden im Matsch?
Wenige Tage vor der Anreise war dann klar: Eine Matschpartie sollte es werden – aber konnten wir das unseren SeniorInnen, auch noch mit Rollatoren unterwegs, zumuten?
Die Antwort der beiden war dann eindeutig: Jetzt erst recht!
Wer nun denkt, dass Wacken abenteuerlich genug sei, macht in der Regel die Rechnung ohne die Deutsche Bahn: Aufgrund falscher Informationen trafen sich unsere Tandems gemeinsam mit dem KH2-Team zunächst am Hamburger Hauptbahnhof um festzustellen, dass die Züge Richtung Itzehoe nur ab Hamburg-Altona abfahren:
„Wir kommen mit der Aktualisierung der Informationen nicht hinterher“, so die Aussage einer Bahnmitarbeiterin auf dem Bahnsteig. Plan B musste also schnell in die Tat umgesetzt werden und so ging es fix nach Altona, quer über volle Bahnsteige und noch kleinere Aufzüge mit langen Wartezeiten: Wie gut, dass die KH2-SchülerInnen dies alles bereits im vorbereitenden Training geübt hatten!
Pünktlich ging es nun von Altona nach Itzehoe, dank einer resoluten Kontrolleurin sogar mit Sitzplätzen für alle. In Itzehoe angekommen ging es nun mit einem Shuttlebus zum Veranstaltungsgelände weiter. Der Bus war brechend voll, aber hier wurde aufeinander Rücksicht genommen und niemand war genervt von der Zeit, die es brauchte, unseren Rollator-FahrerInnen in den Bus zu helfen. Alle waren gutgelaunt und voller Vorfreude, auch unsere KH2-Kultur-Tandems.
Ankunft im Schlamm
Spannend war dann der Moment der Ankunft: Eine riesige Schlammwüste erstreckte sich vor uns, ein Meer an Gummistiefeln stapfte an uns vorbei. Unser Tour-Guide Tim nahm uns freundlich in Empfang und unterstützte uns tatkräftig, ebenso wie die vielen anderen HelferInnen vor Ort. So meisterten wir die ersten Matsch-Hürden sehr motiviert und mit guter Laune bei strahlendem Sonnenschein – „Wenn Engel reisen…“ heißt es ja auch so schön…

Dennoch war schnell klar, dass wir das Gelände nicht wie geplant erkunden konnten, so dass Tim eine alternative Tour mit uns machte, die uns mit dem VIP-Shuttle direkt in den Presse-Bereich des Festivals führte. Hier wären wir unter normalen Umständen gar nicht eingelassen worden und konnten gleich bei Ankunft Wacken-Mitbegründer Holger
Hübner im Interview erleben und später den wohl bekanntesten Auswanderer Deutschlands, Konni Reymann, beim Schlendern durch die Area beobachten.
Da sich der Presse- und VIP-Bereich direkt an der Main Stage befindet, konnten einige von uns noch einen Blick auf das Infield der beiden Hauptbühnen mit dem charakteristischen Bullen-Schädel aus Eisen, seines Zeichens über 2 Tonnen schwer, werfen: Ein beeindruckendes Panorama bot sich, während die ersten Bands schon für einen vibrierenden Sound sorgten.


Nach einer kurzen Pause und mit dem ein oder anderen Andenken in der Tasche durften wir mit dem VIP-Shuttle noch einmal durch den beeindruckenden Bereich für die ca. 5000 MitarbeiterInnen, die zum Gelingen des Festivals beitragen, fahren: Allein das Versorgungszelt, welches warme Speisen rund um die Uhr bereitstellt und Möglichkeiten zur Entspannung bei Poolbillard oder Tischkicker bietet, stellt jedes Festzelt auf der Wiesn in München in den Schatten.
Premiere: Mit den Rollatoren in der Waschstraße
Zurück in Itzehoe legten wir bei Kaffee und Kuchen noch eine wohltuende Pause ein, bevor es mit dem Zug wieder zurück nach Hamburg gehen sollte. Eine kurze Stippvisite in einer Auto-Waschstraße sorgte für strahlend glänzende Rollatoren, bei ein Schüler es sich nicht nehmen ließ, die Rollatoren mit einem Hochdruckreiniger wieder auf Hochglanz zu bringen – unsere Schuhe verschonte er.

Nach einer ruhigen Zugfahrt stand nun der Abschied in Altona an. Alle waren noch überwältigt von den großartigen Eindrücken. Der Blick in die vielen strahlenden Gesichter: unbezahlbar.
Auf diesem Wege möchten wir uns noch einmal herzlich bei unserem Guide vor Ort, Tim Hoffmann, für die empathische Unterstützung auf dem Gelände und für die vielen spannenden Informationen bedanken, und bei der Wacken Festival GmbH, die diesen Tag möglich gemacht hat. Ein weiterer Dank gilt Haike Büntemeyer von der Wacken GmbH für die wunderbare Vorbereitung und Regina Jäck, MdHB, die uns zu diesem Ausflug ermuntert hatte.
Nächstes Jahr wünschen sich unsere SeniorInnen dann ein Foto mit Holger Hübner, denn eines ist klar:
Wir sind alle mit dem Wacken-Virus infiziert worden!
