Wie fühlt sich das Alter an? …
… dieser Frage gingen im Juni und August die Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisch nach – sondern vor allem auch in der Praxis.
Denn das Team von KULTURISTENHOCH2 (KH2) hatte auch zur Vorbereitung auf das Projektjahr 2026/27 wieder verschiedene Trainingstage realisiert, um die jungen Menschen einfühlsam auf ihr kommendes Ehrenamt der Begleitungen einzustimmen. Ziel war es, in kleinem, geschütztem Rahmen auf die anstehenden Begleitungen von SeniorInnen vorzubereiten. Schülerinnen und Schüler der KH2-Kooperationsschulen – dem Friedrich-Ebert-Gymnasium, Grootmoor, der Heinrich-Hertz-Schule und dem Luisen-Gymnasium – sollten sowohl fachliches Wissen an die Hand bekommen als auch wahre Erlebnisse sammeln: Wie groß können die körperlichen Einschränkungen später sein und was bedeuten diese im Alltag? Wie wird es sein, sich zu fortzubewegen, wenn die Kräfte nicht mehr wie in jugendlichen, aktiven Jahren vorhanden sind?

Als Auftakt begrüßte Silke Busse (Gesamtprojektleiterin von KH2) alle Teilnehmenden herzlich und erläuterte den geplanten Tagesablauf, der u. a. auch von Yvonne Drebes (SeniorInnen), Petra Hobbiebrunken (Vermittlung) und Dieter Geyer (Fachreferent Gerontologische Trainings) gestaltet und tatkräftig unterstützt wurde.
Anschließend lernten sich die SchülerInnen untereinander ein wenig kennen. Hervorzuheben ist, dass die Gruppen schulübergreifend von allen vier Kooperationsschulen zusammengestellt waren, und ein reger Austausch sowie Offenheit unter den SchülerInnen entstand. Dieses enge Miteinander hat das KH2-Team sehr erfreut.

Am Morgen bildete Part I ein kurzer faktenorientierter Teil, in dem auch Fragen beleuchtet wurden, beispielsweise, welche Rolle das Alter in unserer Gesellschaft eigentlich spielt und warum ein Tag mit dem Gerontologischen Training wichtig ist.

Denn dann sollten und durften die Schülerinnen & Schüler den GERT – den Gerontologischen Testanzug, also einen Alterssimulationsanzug – tragen. Wie lege ich die Manschette an, wie setze ich die Spezialbrille auf? Hilfestellung leistete als berufserfahrene Fachpflegekraft mit Kompetenz und Einfühlungsvermögen Dieter Geier aus dem KULTURISTENHOCH2-Team nicht nur dabei, sondern auch später auf dem Parcours.
Er führte „ins echte Leben“ durchs Hartwig-Hesse-Quartier und St. Georg. Es galt, Hindernisse im öffentlichen Raum zu überwinden – von der Bordsteinkante über den Ein- & Ausstieg in Bus & Bahn mit Rampe bis zum Finden und Drücken des Aufzugknopfes, wenn die Sehkraft eingeschränkt ist.

Wie lässt sich eine Person gut unterstützen, wenn sie einen Rollator nutzt oder im Rollstuhl sitzt? Ein Beispiel: Einen Rollator sollte man immer rückwärts vom Gehweg auf die Straße setzen! Man muss unbedingt darauf achten, ob der Rollator richtig ausgefaltet bzw. eingerastet ist und dass die Sitzfläche stabil ist. Solche Details und ein solches Know-how spielen für alle Beteiligten – also Jung & Alt – eine große Rolle, sowohl zur Sicherheit der Personen als auch zum Miteinander-Wohlfühlen. Aktiv eingebunden waren auch zwei ehemalige Schülerinnen, sie haben gern ausführlich – von junger zu junger Generation – über ihre Erfahrungen berichtet und haben Fragen beantwortet.

Das Ende des Kurses bildete eine gemeinsame Abschlussrunde, in der noch einmal Empfindungen, Erkenntnisse und offene Punkte des Tages besprochen wurden, bevor alle Teilnehmenden sicherlich erschöpft und hoffentlich angereichert nach Hause fuhren. Fazit war: Es hat allen Beteiligten Spaß gemacht, und es waren lehrreiche Stunden, die eine große Portion Empathie gefördert haben. Wir haben zahlreiche schöne Rückmeldungen erhalten, die von „wow, ich habe so spannende neue Eindrücke aus einer anderen Perspektive gesammelt“ bis „Ich habe viel dazu gelernt, wie schwer es für ältere Menschen alltäglich ist“ reichten.
Wir freuen uns bereits heute auf die Erzählungen zu den kulturellen Begegnungen von Jung & Alt, die jetzt stattfinden.
Unser herzlicher Dank geht an:
- alle Schülerinnen und Schüler, die mit großem Interesse und Engagement teilgenommen haben.
- das Team der Hartwig-Hesse-Stiftung, insbesondere an Maik Greb, für die Bereitstellung der wunderbar geeigneten Räume.
- an die Firma MPM, Hamburg, für die Bereitstellung der gesamten Ausrüstung inklusive Rollstühlen, Rollatoren und Gehhilfen und somit der Ermöglichung der Gerontologischen Trainings.
- an die PSD Bank Nord für die finanzielle Unterstützung.
Bildnachweise: Michael Hagedorn / KH2