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Klassik oder Pop? Beides!


Es ist kurz nach 20 Uhr in einem bekannten Hamburger Club auf der Reeperbahn, Nebelschwaden steigen auf der Bühne auf, die ZuschauerInnen warten gespannt auf das Konzert – doch statt Bassgitarre und Schlagzeug erklingen die ersten Töne klassischer Musik, die ein Pianist seinem Flügel entlockt.

Bach und Chopin sind nicht unbedingt Komponisten, die man im Hamburger DOCKS vermutet, aber an diesem Abend hört der Saal gebannt dem virtuosen Spiel des Pianisten Leon Gurvitch zu, welches von einer großartigen Licht- und Dia-Show begleitet wird.  

Mittendrin: Drei KULTURISTEN-Tandems, die der persönlichen Einladung des belarussischen Künstlers gefolgt sind und nun fasziniert in der Menge den Klängen auf der Bühne lauschen, während die Lichtshow zusätzlich den Raum erfüllt.  

Später am Abend erlebt das Publikum einen weiteren besonderen Moment, als DJ Vlader auf der Bühne erscheint und seine harten Techno-Beats wie selbstverständlich in das Klavierspiel mit einfließen lässt: Hier werden musikalisch Welten verbunden und das Publikum ist über alle Generationen hinweg begeistert.  

Ein ganz besonderer Künstler

Geboren 1979 in Minsk, begann Leon Gurvitch bereits in jungen Jahren mit dem Erlernen von Violine, Klavier und Oboe. Seine musikalische Ausbildung setzte er an der Belarussischen Staatlichen Musikakademie fort und vervollständigte sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, wo er seit 2001 lebt. 

Zwischen 2004 und 2017 war er als Dozent für Komposition am hiesigen Johannes-Brahms-Konservatorium tätig und leitete dort auch das Orchester. 

Gurvitch arbeitet freischaffend als Pianist, Komponist und Dirigent. Im Jahr 2000 gründete er das „Leon Gurvitch Project“, ein Ensemble, das moderne Jazz-Elemente mit Weltmusik, Klezmer und Folklore aus dem Balkan, Russland, Lateinamerika und dem Orient kombiniert. 

Bis heute komponierte er über 400 Werke, die international aufgeführt werden. 

Neben seinen musikalischen Aktivitäten engagiert er sich auch für soziale Projekte:
So widmete er sein Orchesterwerk „5 Dances in Old Style“ dem Projekt „Classic for Peace“, das im Deutschen Bundestag aufgeführt wurde. 

Musik als verbindender Schlüssel

Gurvitch verbindet klassische und zeitgenössische Musik und damit auch sein Publikum, ob jung oder alt. Dies ist letztlich auch die Parallele, die ihn mit KH2 zusammenführte: 

„Mich motiviert, dass die Stiftung Generationen-Zusammenhalt Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen miteinander verbindet. Mir gefällt die Idee, dass Menschen unterschiedlichen Alters ihre Erfahrungen miteinander teilen und gemeinsam eine kulturelle Veranstaltung besuchen. Jeder bringt seine eigene Perspektive und seinen Erfahrungsschatz mit. Die jungen Menschen sind offen für neue, genreübergreifende Formate und lassen sich auf klassische Musik ein, wie bei meinen Konzerten in der Elbphilharmonie und in der Laeiszhalle. Während ältere Besucher bereit sind, Konzerte auch an eher unkonventionellen, weniger kommerziellen Orten zu erleben – so wie es bei meinem letzten Konzert im Docks Club der Fall war.”  

Dem Wahl-Hamburger ist bewusst, welche Bedeutung Musik für eine Gesellschaft hat, unabhängig vom sozialen Status, der Herkunft oder des Glaubens der einzelnen Menschen. 

Dass KH2 hier Engagement zeigt und junge und alte Menschen erfolgreich über Kultur verbindet, beeindruckt ihn sehr, seine Sicht deckt sich mit der Haltung von KH2:  

„Musik und Kunst sind für mich ein Schlüssel, um Vielfalt nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar zu machen – sie geben jedem Menschen eine Stimme und lassen uns erfahren, dass wir alle Teil einer gemeinsamen Geschichte sind. Sie sind viel mehr als Unterhaltung oder eine schöne Ergänzung des Alltags: Sie sind lebendige soziale Infrastruktur. In einer Gesellschaft, in der nicht alle die gleichen Chancen und Zugänge haben, öffnen Musik und Kunst Räume der Selbstbestärkung, schaffen Begegnungen auf Augenhöhe und machen gesellschaftliche Teilhabe möglich.“  

Die KH2-Tandems genießen diese wertvollen Begegnungen.  
Im Docks wurde noch lange getanzt und jeder Moment genossen, mit und ohne Rollator, Kultur einfach grenzenlos – so wie das Feedback:  

„…das Konzert war grandios, auch die Mädels waren begeistert…. Dankeschön für den wunderbaren Abend!“